Der große Fleischhunger

Der große Fleischhunger

Besonders kleine Tiere gegen große Sorgen

Es wird sehr viel Fleisch gegessen — hier in Deutschland und weltweit. Das ist keine Neuigkeit. Und trotzdem kann es überraschend sein, sich das Ausmaß vor Augen zu halten. Wir versuchen uns jetzt mal vorzustellen, wie viel das ist auf der Grundlage von Zahlen aus dem Fleischatlas 2021 und Daten von ourworldindata.org.

So viel Fleisch 

Die Weltbevölkerung wächst und der Fleischkonsum pro Kopf nimmt zu — ist aber äußerst ungleich verteilt. Besonders hoch ist er in den Industriestaaten: in Deutschland lag der durchschnittliche Fleischkonsum 2017 pro Person bei fast 60 kg pro Jahr — in den USA und Australien bei mehr als 100 kg. Das ist richtig viel. So viel wie erwachsene Personen wiegen oder so viel wie ungefähr 500 bzw. 834 Bratwürste wiegen.

Der weltweite Fleischkonsum hat sich in den vergangenen 50 Jahren vervierfacht und erreichte 2018 knapp 340 Millionen Tonnen — dafür werden pro Jahr ungefähr 80 Milliarden Tiere geschlachtet. Das sind über 200 Millionen Tiere am Tag, 150 000 Tiere in der Minute — jede Minute.

Nichts neues

Große Teile des konsumierten Fleisches kommen aus industrieller Massentierhaltung. Neben ethischen Bedenken ist das besonders ein Problem für die Umwelt: es gibt hohe Treibhausgasemissionen, einen hohen Wasser- und Flächenverbrauch und Biodiversität wird bedroht durch Futtermittelanbau in Monokulturen, in denen zudem der Pestizideinsatz sehr hoch ist. Zudem führt der systematisch hohe Einsatz von Antibiotika unter den Tieren zu multiresistenten Keimen

Die Ressourcen der Erde sind endlich. Es ist abzusehen, dass dieser scheinbar unstillbare Fleischhunger und die Endlichkeit von fruchtbaren Flächen und Wasser Konflikte verursachen.

Sie tun es jetzt schon — beispielsweise wenn das Futter für Masttiere in Europa aus Lateinamerika kommt während dort Menschen häufiger von Armut betroffen sind.


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